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THEORETISCHE ASPEKTE EINER KRITISCHEN DISKURSANALYSE
Опубліковано: 13 Апр 2015 / Немає коментарів / 171 переглядів

Всеукраїнська  науково— практична інтернет-конференція

17 квітня 2015 присвячена 150-річчу ОНУ ім. І.І.Мечникова та 55-річчу факультету романо-германської філологіі

 

 

«Дослідження та впровадження в начальний процес сучасних

 моделей викладання іноземної мови за фахом»

Безымянный

 

 

 

Ганжело Світлана

 Маріупольський державний університет

THEORETISCHE ASPEKTE EINER KRITISCHEN DISKURSANALYSE

Im Zentrum einer an Michel Foucaults Diskurstheorie orientierten Kritischen Diskursanalyse (KDA) stehen die Fragen, was Wissen überhaupt ist, wie jeweils gültiges Wissen zustande kommt, wie es weitergegeben wird, welche Funktion es für die Konstituierung von Subjekten und die Gestaltung von Gesellschaft hat und welche Auswirkungen dieses Wissen für die gesamte gesellschaftliche Entwicklung hat. „Wissen“ meint hier alle Arten von Bedeutungen, mit denen jeweils Menschen die sie umgebende Wirklichkeit deuten und gestalten. Dieses „Wissen“ beziehen die Menschen aus den jeweiligen diskursiven Zusammenhängen, in die sie hineingeboren sind und in die verstrickt sie während ihres gesamten Daseins leben.

Also das Ziel, das wir erreichen wollten, ist die Aspekte einer kritischen Diskursanalyse zu behandeln, die darauf abzielt, das Wissen der Diskurs zu ermitteln, den konkret jeweiligen Zusammenhang von Wissen/Macht zu erkunden und einer Kritik zu unterziehen. Diskursanalyse bezieht sich sowohl auf Alltagswissen, das über Medien, alltägliche Kommunikation, Schule und Familie etc. vermittelt wird, wie auch auf dasjenige Wissen, das durch die Wissenschaften produziert wird. Als Objekt betrachten wir Diskurse, die als spezifische gesellschaftliche Prozesse oder Formen der Wissens- und Wirklichkeitskonstruktion verstanden werden. Sie werden damit zu einem wichtigen Gegenstand unserer Analyse.

Die knappste Definition von Diskurs lautet: Diskurs ist „eine institutionell verfestigte Redeweise, insofern eine solche Redeweise schon Handeln bestimmt und verfestigt und also auch schon Macht ausübt“ [1, S.60].

Diese Definition von Diskurs kann weiter veranschaulicht werden, wenn man Diskurs „als Fluß von Wissen bzw. sozialen Wissensvorräten durch die Zeit“ begreift, der individuelles und kollektives Handeln und Gestalten bestimmt, wodurch er Macht ausübt. Damit ist zugleich gesagt, dass Diskurse nicht als Ausdruck gesellschaftlicher Praxis von Interesse sind, sondern weil sie bestimmten Zwecken dienen: Machtwirkungen auszuüben. Dies tun sie, weil sie institutionalisiert und geregelt sind, weil sie an Handlungen angekoppelt sind.

Es sei betont, dass Diskurse als «Träger» von «Wissen» Macht ausüben; sie sind selbst ein Machtfaktor, indem sie geeignet sind, Verhalten und (andere) Diskurse zu induzieren. Sie tragen damit zur Strukturierung von Machtverhältnissen in einer Gesellschaft bei [4, S.14].

Welche Rolle spielt in diesem diskursiven Zusammenspiel nun aber das Individuum bzw. das Subjekt? Foucault bzw. seine Diskurstheorie leugnet nicht das Subjekt. Er will zu einer Geschichtsanalyse gelangen, die die Konstitution des Subjekts im geschichtlichen Zusammenhang, im sozio-historischen Kontext, also in synchroner und diachroner Perspektive zu klären vermag. Das ist nicht gegen das Subjekt gerichtet, sondern allein gegen Subjektivismus und gegen Individualismus [3, S.32].

Es sei auch hervorgehoben, dass das tätige Individuum also voll dabei ist, wenn es um die Realisierung von Machtbeziehungen (Praxis) geht. Es denkt, plant, konstruiert, interagiert und fabriziert. Und als solches hat es auch das Problem, zu bestehen, d.h. sich durchzusetzen, seinen Ort in der Gesellschaft zu finden. Es tut dies aber im Rahmen eines wuchernden Netzes diskursiver Beziehungen und Auseinandersetzungen, im Rahmen „lebendiger Diskurse“ insofern, als sie diese zum Leben bringen und sie, in diese verstrickt, leben und zu ihrer Veränderung beitragen [2 , S.47].

Nicht die Wirklichkeit spiegelt sich im Bewußtsein, sondern das Bewußtsein bezieht sich auf die Wirklichkeit, und zwar insofern, als die Diskurse das Wissen für die Gestaltung von Wirklichkeit bereitstellen und darüber hinaus die weiteren Realitätsvorgaben: Entzieht sich der Diskurs der „auf seinem Rücken“ geformten Wirklichkeit, genauer: entziehen sich die Menschen aus was für Gründen auch immer einem Diskurs, dessen Bedeutungs-Geber und Zuweiser sie ja sind, wird der ihm entsprechende Wirklichkeitsbereich im wahrsten Sinne des Wortes bedeutungslos und fällt in den Naturzustand zurück [4, S.17].

Zusammenfassend könnte man also sagen: die Wirklichkeit ist bedeutungsvoll, sie existiert in der Form, in der sie existiert nur insofern, als ihr von den Menschen, die alle in die (sozio-historischen) Diskurse verstrickt und durch diese konstituiert sind, Bedeutung zugewiesen worden ist und weiter zugewiesen wird. Ist letzteres nicht mehr der Fall, ändern sich die Gegenstände, sie ändern oder verlieren auch ihre Bedeutung. Die Diskurse können von uns weiter kritisiert und problematisiert werden; dies geschieht, indem man sie analysiert, ihre Widersprüche und ihr Verschweigen bzw. die Grenzen der durch sie abgesteckten Sag- und Machbarkeitsfelder aufzeigt, die Mittel deutlich werden lässt, durch die die Akzeptanz nur zeitweilig gültiger Wahrheiten herbeigeführt werden soll — von angeblichen Wahrheiten also, die als rational, vernünftig oder gar als über allen Zweifel erhaben dargestellt werde.

       Literatur

1. Becker Frank, Gerhard Ute, Link Jürgen. Moderne Kollektivsymbolik. Ein diskurstheoretisch orientierter Forschungsbericht mit Auswahlbibliographie. In: Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur (IASL) / Frank Becker, Ute Gerhard, Jürgen Link – Tübingen: Niemeyer, 2007. – S. 70-154

2. Bublitz Hannelore: Foucaults Archäologie des kulturellen Unbewussten. Zum Wissensarchiv und Wissensbegehren moderner Gesellschaften/ Hannelore Bublitz. – Frankfurt/M. /New York: Campus, 2000. – S. 247

3. Foucault Michel. Archäologie des Wissens./ Michel Foucault. – Frankfurt/M.: Suhrkamp, 2009. – S. 368

4. Jäger Siegfried, Ruth Ina, Schulte-Holtey Ernst, Wichert Frank. Kritische Diskursanalyse./ Siegfried Jäger, Ina Ruth, Ernst Schulte-Holtey, Frank Wichert. – Duisburg: DISS, 2007. – S. 287

 



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